Das sollten Prozessmodellierer können
Auch das ist eine Art Prozessmodellierung: Ein Tag vor meiner Schulteroperation letzte Woche hat mir der Arzt bei der Vorbesprechung mit einem blauen Edding einen dicken Pfeil auf die linke Schulter gemalt. Am nächsten Tag wusste ich warum. Verschiedene Pfleger, Helfer und Narkoseärzte wussten unmittelbar vor der OP sofort, wie sie mich legen und versorgen mussten (und der Arzt hat später die richtige Schulter erwischt). Eine grafische Prozessbeschreibung wäre hier wohl nicht so effizient gewesen. Und auch wenn mich dieser vermeintliche Workaround in der hochtechnisierten OP-Welt zuerst amüsiert hat, kennen wir nicht solche pragmatischen Hilfen auch in Produktionshallen (gelbe Klebestreifen markieren Stehflächen) oder in Posteingangskörben (rote Ausrufezeichen für wichtige Emails)?
Nach meinem viertägigen Klinikaufenthalt bekam ich zur Entlassung einen kurzen OP-Bericht mit ausführlicher Nachbehandlungsvorgabe für den Physiotherapeuten und einen ausführlichen OP-Bericht für meinen Hausarzt. Hier ein kleiner Auszug:
Prozessmodellierer – Maler, Moderator oder Programmierer?
Wer im Prozessmanagement einen Job anfängt, beginnt in der Regel damit, Tage und Wochen lang Prozesse zu modellieren. Das gilt für interne Prozessmanagement-Berater genauso wie für Juniorberater in externen Consultingfirmen. Die Fähigkeit, Prozesse gut abbilden zu können ist die Basisanforderung an jeden Prozessmanagement-Job. Ohne modellierte Prozesse sind alle weiteren Prozessmanagementaufgaben wie Prozessanalyse, Prozessdesign oder kontinuierliche Prozessoptimierung nicht möglich.
Six Sigma – Fallobst war gestern, geht es jetzt an die hoch hängenden Früchte?
Wer diesen Herbst an Apfelbäumen vorbeigekommen ist, hat sicherlich die Unmengen heruntergefallener Früchte bemerkt und ab und zu einen Apfel aufgehoben. Ich musste dann immer wieder an meine Erfahrungen in zahlreichen Firmen denken. Viele der Prozessoptimierungen in der Praxis sind Fallobst. Die Verbesserungsideen liegen einem zu Füßen, man muss „nur“ hingreifen und umsetzen. Fairerweise muss ich sagen, dass ich hier von Erfahrungen in Dienstleistungsprozessen spreche. In der Fertigung gilt dies schon lange nicht mehr. Hier ist man längst bei den hoch hängenden Früchten angekommen. Deshalb ist hier ein Konzept wie Six Sigma entstanden, dass sich zur Aufgabe gemacht hat, auch die allerletzten Fehler zu beheben.
Immer wieder werde ich gefragt, wann ist das Konzept Six Sigma die richtige Methode, wann reicht auch eine „einfache Prozessoptimierung“? Um hier antworten zu können, schaue ich zunächst, ob der Frager und ich vom Gleichen reden. Denn was heißt „einfache Prozessoptimierung“? Weiterlesen…
Der Prozessmanagement-Berater: Ein moderner Fünfkämpfer?
Nach der Sommer- und Babypause – jetzt sind wir zu sechst zuhause und können bereits komplexere Prozesse simulieren – melde ich mich zurück. In diesem Jahr war ich auf unserer Roadshow durch Deutschland unterwegs mit dem Vortrag „Prozessmanagement – Moderner Fünfkampf in den Unternehmen“. Für diejenigen, die mich leider nicht „live“ erleben konnten, hier eine kurze Zusammenfassung.
Im Kern meines Vortrages geht es mir um die Rolle des Spezialisten im Prozessmanagement. Dieser hat in der Praxis vielfältige Namen: Prozessorganisator, CBPP® (Certified Business Process Professional®), Prozessmanagement-Coach, Prozessmanager oder Prozessmanagement-Consultant. Ich bevorzuge für diesen Job den Begriff Prozessmanagement-Berater. Weiterlesen…
Ein Prozessmanager muss entscheiden können!
Bisher habe ich es mir einfach gemacht. Wer Prozessmanagement betreibt, den kann man als Prozessmanager bezeichnen. So gesehen trifft auf alle, die in ihrem Job irgendetwas mit der Prozessgestaltung, Prozesssteuerung oder Einführung von Prozessmanagement zu tun haben, die Rolle Prozessmanager zu. Deshalb werden dann auch oft die Prozessspezialisten in zentralen Abteilungen wie Organisation oder Prozessmanagement Prozessmanager genannt. Häufig findet man die Bezeichnung Prozessmanager auch in den Fachbereichen als Nebenjob von Führungskräften oder Mitarbeitern. Dann ist beispielsweise der Abteilungsleiter Einkauf gleichzeitig auch noch Prozessmanager für den End-to-end-Prozess Beschaffung.
Ein solches universales Verständnis, bei dem Prozessmanager quasi der Oberbegriff für alle Rollen im Prozessmanagement ist, halte ich für unglücklich.
Alles ganz einfach … Meine Eindrücke vom PSD
Am Montag dieser Woche war ich auf dem 5. PSD in Frankfurt-Mörfelden. Ich war bis jetzt jedes mal dabei, ich kann mich also nicht davon frei machen, zu vergleichen. Im Vergleich zu den vorherigen Veranstaltungen fällt mein Fazit nicht durchweg positiv aus. Da ich mehrere “Hüte” aufhabe, möchte ich meine Eindrücke aus der jeweils unterschiedlichen Betroffenheit schildern:
- als gfo-Beirat und damit als Veranstalter
- als ibo-Gesellschafter und damit als Aussteller
- als Prozessmanagement-Experte, also thematisch Interessierter
Erste internationale Zertifizierung zum CBPP in Deutschland
Diese Woche fand in Deutschland die erste Prüfung zum CBPP (Certified Business Process Professional) statt. 7 Kandidaten mussten in 3 Stunden 120 Multiple Choice Fragen rund um das Thema BPM beantworten. 70 % richtige Antworten waren die anspruchsvolle Meßlatte. Gottseidank mußten die Prüflinge nicht lange zittern: Gleich am Abend gab es die erfreuliche Nachricht: alle Kandidaten haben die Prüfung bestanden und sind damit die ersten 7 CBPP’s in Deutschland. Zuvor hatte ich zusammen mit Jakob Freund von camunda die Teilnehmer mit einem Kompaktseminar und Prüfungstraining optimal auf diese Herausforderung vorbereitet.
Für mich ist dieser Erfolg einer besonderer Meilenstein, auf den ich die letzten 4 Jahre hingearbeitet habe.






