Prozessmodellierung

Lust und Frust der Prozessdokumentation

Modell: Ein Abbild der Realität

Modell: Ein Abbild der Realität

In diesem Monat hat unser ibo-Trendforum „Prozessdokumentation-Pflicht oder Kür?“ statt gefunden.  80 zahlende Teilnehmer interessierten sich für dieses Thema.  Mehrfach wurde ich in den Pausen angesprochen, ob ich über den großen Zuspruch überrascht sei. Meine diplomatische Antwort war „ja und nein“. (mehr …)

ACM, ECM, STP, MfG, ojemine … Es kommt auf den Prozesstyp an

Prozesstypen anhand des Prozessprofils

Agiles Prozessmanagement, Adaptives Case Management (ACM), Dynamic Case Management (DCM), Enterprise Content Management (ECM)  für Ad-hoc-Prozesse oder doch Business Process Management (BPM) für Straight Through Processing (STP)? Keine Angst, ich will mich neuerdings nicht am Buzzword-Bingo beteiligen und nur noch mit Anglizismen um mich schmeißen. Aber was soll man machen, wenn solche Begriffe in der eigenen Fachwelt auftauchen und Gartner und Forrester Research diesen Konzepten die große Zukunft vorhersagen? Da kann ich ja nicht wegschauen.

Im Kern geht es hier um das Thema, das ein Prozess nicht immer so schön vorstrukturiert und statisch abläuft, wie es die klassische Prozessdefinition suggeriert. Aber was heißt schon klassische Prozessdefinition? Je nach Betrachtungsweise kann ein Prozess höchst unterschiedlich definiert werden. (siehe hierzu eine interessante Forumsdiskussion in der Xing-Gruppe BPM GPM). (mehr …)

Das sollten Prozessmodellierer können

Bitte hier operieren

Auch das ist eine Art Prozessmodellierung: Ein Tag vor meiner Schulteroperation letzte Woche hat mir der Arzt bei der Vorbesprechung mit einem blauen Edding einen dicken Pfeil auf die linke Schulter gemalt. Am nächsten Tag wusste ich warum. Verschiedene Pfleger, Helfer und Narkoseärzte wussten unmittelbar vor der OP sofort, wie sie mich legen und versorgen mussten (und der Arzt hat später die richtige Schulter erwischt). Eine grafische Prozessbeschreibung wäre  hier wohl  nicht so effizient gewesen. Und auch wenn mich dieser vermeintliche Workaround in der hochtechnisierten OP-Welt zuerst amüsiert hat,  kennen wir nicht solche pragmatischen Hilfen auch in Produktionshallen (gelbe Klebestreifen markieren Stehflächen) oder in Posteingangskörben (rote Ausrufezeichen für wichtige Emails)?

Nach meinem viertägigen Klinikaufenthalt bekam ich zur Entlassung  einen kurzen OP-Bericht mit ausführlicher Nachbehandlungsvorgabe für den Physiotherapeuten und einen ausführlichen OP-Bericht für meinen Hausarzt. Hier ein kleiner Auszug:

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Prozessmodellierer – Maler, Moderator oder Programmierer?

Prozessmodellierer

Prozessmodellierer in der Praxis

Wer im Prozessmanagement einen Job anfängt, beginnt in der Regel damit, Tage und Wochen lang Prozesse zu modellieren. Das gilt für interne Prozessmanagement-Berater genauso wie für Juniorberater in externen Consultingfirmen. Die Fähigkeit, Prozesse gut abbilden zu können ist die Basisanforderung an jeden Prozessmanagement-Job. Ohne modellierte Prozesse sind alle weiteren Prozessmanagementaufgaben wie Prozessanalyse, Prozessdesign oder kontinuierliche Prozessoptimierung nicht möglich.

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Six Sigma – Fallobst war gestern, geht es jetzt an die hoch hängenden Früchte?

Hoch hängende FrüchteWer diesen Herbst an Apfelbäumen vorbeigekommen ist, hat sicherlich die Unmengen heruntergefallener Früchte bemerkt und ab und zu einen Apfel aufgehoben. Ich musste dann immer wieder an meine Erfahrungen in zahlreichen Firmen denken. Viele der Prozessoptimierungen in der Praxis sind Fallobst. Die Verbesserungsideen liegen einem zu Füßen, man muss „nur“ hingreifen und umsetzen. Fairerweise muss ich sagen, dass ich hier von Erfahrungen in Dienstleistungsprozessen spreche. In der Fertigung gilt dies schon lange nicht mehr. Hier ist man längst bei den hoch hängenden Früchten angekommen. Deshalb ist hier ein Konzept wie Six Sigma entstanden, dass sich zur Aufgabe gemacht hat, auch die allerletzten Fehler zu beheben.

Immer wieder werde ich gefragt, wann ist das Konzept Six Sigma die richtige Methode, wann reicht auch eine „einfache Prozessoptimierung“? Um hier antworten zu können, schaue ich zunächst, ob der Frager und ich vom Gleichen reden. Denn was heißt „einfache Prozessoptimierung“? (mehr …)

BPMN 2.0 – der richtige Umgang mit ersten Widerständen

Gleich vorweg klargestellt: BPMN ist aus meiner Sicht gut, notwendig, und der richtige Schritt zur richtigen Zeit. Und genau deshalb liegt mir der Erfolg dieser Standardnotation am Herzen. Ich sehe aber auch schon, wie sich in den Firmen der Widerstand formiert und wie mit dem Gegenwind umgegangen wird. Und hier befürchte ich, das sich Fehler wiederholen, die bereits in der Vergangenheit dazu geführt haben, dass sinnvolle Standardisierungsmöglichkeiten nicht den dauerhaften Erfolg erzielt haben, den sie verdient hatten. 

Viele der Widerstände gegenüber BPMN äußern sich derzeit auf der Sachebene und werden dann auch prompt von den BPMN-Protagonisten auf der Sachebene bearbeitet. Wird zum Beispiel von den Widersachern moniert, BPMN sei zu komplex für den Fachbereich kommt gleich die Antwort aus der IT, dass das 1. gar nicht so ist und 2. das ja so sein muß, wenn die Prozesse an sich komplex sind. Sachlich mag das ja so stimmen, für eine Akzeptanz der Technik sorgt das nicht. Was sind die wahren Ursachen für die fehlende Begeisterung bei den Betroffenen und wie begegnet man Ihnen sinnvoll?

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