Prozessgestaltung

Agiles Prozessmanagement oder wie agil ist das Prozessfenster?

Agil ist zur Zeit in aller Munde, gerne wird jetzt jedes Konzept und Vorgehen mit diesem Adjektiv etikettiert. Auch wenn ich die agilen Prinzipien bei meiner eigenen Arbeit längst schätzen gelernt habe, habe ich länger gezögert, Prozessmanagement  mit diesem Trendwort zu  schmücken. Denn mit dem ibo Prozessfenster® hatte ich von Beginn an den Anspruch, ein möglichst alle gängigen Methoden und Techniken umfassendes BPM-Framework zu entwickeln.  Mit dem Konzept der kontinuierlichen Prozessoptimierung gibt es dort einen Ansatz, der auf den Prinzipien des KVP, Lean Management oder Kaizen aufbaut. Da auch die meisten Ideen des Agilen Manifests auf den Lean Prinzipien beruhen brauchte es meiner Meinung nach nicht noch einen weiteren Begriff für diesen permanenten, inkrementellen Prozessverbesserungsansatz. Aber ganz so einfach möchte ich es mir nicht mehr machen. Denn Agilität wird mittlerweile in so vielen unterschiedlichen Zusammenhängen erwähnt, dass es sich lohnt, in allen Ecken des ibo Prozessfenster® nach neuen agilen Ansätzen zu schauen. (mehr …)

Lust und Frust der Prozessdokumentation

Modell: Ein Abbild der Realität

Modell: Ein Abbild der Realität

In diesem Monat hat unser ibo-Trendforum „Prozessdokumentation-Pflicht oder Kür?“ statt gefunden.  80 zahlende Teilnehmer interessierten sich für dieses Thema.  Mehrfach wurde ich in den Pausen angesprochen, ob ich über den großen Zuspruch überrascht sei. Meine diplomatische Antwort war „ja und nein“. (mehr …)

Prozessmodellierer – Maler, Moderator oder Programmierer?

Prozessmodellierer

Prozessmodellierer in der Praxis

Wer im Prozessmanagement einen Job anfängt, beginnt in der Regel damit, Tage und Wochen lang Prozesse zu modellieren. Das gilt für interne Prozessmanagement-Berater genauso wie für Juniorberater in externen Consultingfirmen. Die Fähigkeit, Prozesse gut abbilden zu können ist die Basisanforderung an jeden Prozessmanagement-Job. Ohne modellierte Prozesse sind alle weiteren Prozessmanagementaufgaben wie Prozessanalyse, Prozessdesign oder kontinuierliche Prozessoptimierung nicht möglich.

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Six Sigma – Fallobst war gestern, geht es jetzt an die hoch hängenden Früchte?

Hoch hängende FrüchteWer diesen Herbst an Apfelbäumen vorbeigekommen ist, hat sicherlich die Unmengen heruntergefallener Früchte bemerkt und ab und zu einen Apfel aufgehoben. Ich musste dann immer wieder an meine Erfahrungen in zahlreichen Firmen denken. Viele der Prozessoptimierungen in der Praxis sind Fallobst. Die Verbesserungsideen liegen einem zu Füßen, man muss „nur“ hingreifen und umsetzen. Fairerweise muss ich sagen, dass ich hier von Erfahrungen in Dienstleistungsprozessen spreche. In der Fertigung gilt dies schon lange nicht mehr. Hier ist man längst bei den hoch hängenden Früchten angekommen. Deshalb ist hier ein Konzept wie Six Sigma entstanden, dass sich zur Aufgabe gemacht hat, auch die allerletzten Fehler zu beheben.

Immer wieder werde ich gefragt, wann ist das Konzept Six Sigma die richtige Methode, wann reicht auch eine „einfache Prozessoptimierung“? Um hier antworten zu können, schaue ich zunächst, ob der Frager und ich vom Gleichen reden. Denn was heißt „einfache Prozessoptimierung“? (mehr …)

BPMN 2.0 – der richtige Umgang mit ersten Widerständen

Gleich vorweg klargestellt: BPMN ist aus meiner Sicht gut, notwendig, und der richtige Schritt zur richtigen Zeit. Und genau deshalb liegt mir der Erfolg dieser Standardnotation am Herzen. Ich sehe aber auch schon, wie sich in den Firmen der Widerstand formiert und wie mit dem Gegenwind umgegangen wird. Und hier befürchte ich, das sich Fehler wiederholen, die bereits in der Vergangenheit dazu geführt haben, dass sinnvolle Standardisierungsmöglichkeiten nicht den dauerhaften Erfolg erzielt haben, den sie verdient hatten. 

Viele der Widerstände gegenüber BPMN äußern sich derzeit auf der Sachebene und werden dann auch prompt von den BPMN-Protagonisten auf der Sachebene bearbeitet. Wird zum Beispiel von den Widersachern moniert, BPMN sei zu komplex für den Fachbereich kommt gleich die Antwort aus der IT, dass das 1. gar nicht so ist und 2. das ja so sein muß, wenn die Prozesse an sich komplex sind. Sachlich mag das ja so stimmen, für eine Akzeptanz der Technik sorgt das nicht. Was sind die wahren Ursachen für die fehlende Begeisterung bei den Betroffenen und wie begegnet man Ihnen sinnvoll?

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Neulich auf dem Zollamt

Ja, ja, ich bin schon ein bisschen berufskrank, aber wie kann man da weggucken. Hier mal ein private Prozessstory:

ZolltueteMeine Frau hatte vor den Sommerferien erste Schühchen für unser einjähriges Baby im Internet bestellt. Und da sie schön günstig in Kanada waren, hat sie gleich 8 Paar geordert. Damit sind gleich die ersten zwei Jahre unseres Kleinen sowie Geburtstagsgeschenke für andere Babys aus der Krabbelgruppe abgedeckt. Als ich aus dem Sommerurlaub nach Hause kam (meine Frau hatte clevererweise noch einen Einkehrschwung bei ihren Eltern gemacht), lag eine Aufforderung des Zollamtes im Briefkasten, die Schuhe bis zum Folgetag beim Zollamt abzuholen, ansonsten würden sie gebührenpflichtig zum Absender zurückgeschickt. Bei der weiteren Durchsicht der Post entdeckte ich dann eine erste Aufforderung, das Päckchen abzuholen, die wohl schon in unserer ersten Urlaubswoche gekommen war. Dabei war noch eine schief kopierter Zettel, auf dem angekreuzt war, dass ich Unterlagen mitbringen sollte, aus denen hervorgeht, zu welchen Preisen wir wo die Waren bestellt haben. (mehr …)